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Wilhelm Busch, (1832-1908) Eingang zur Kirche in Brannenburg, aus den Skizzenbüchern der Jahre 1858-1866
Theodor Pixis (1831-1907) Fronleichnamsprozession
Christian Mali (1832-1906) Eingang zur Kirche in Brannenburg 1859 das Bild hängt im Braith Mali Museum in Biberach an der Riss
Abb. mit freundl. Genehmigung des Braith Mali Museum in Biberach an der Riss
Künstlerkolonie Brannenburg Auszug aus dem Buch " Mit den Malern durch den Landkreis Rosenheim" von Fritz Aigner und Josef Bernrieder, herausgegeben vom Landratsamt Rosenheim im Herbst 89, Seite 23-26. Die Umgebung Brannenburgs hatte es den Malern des frühen 19. Jahrhunderts besonders angetan. Da gab es westlich von Brannenburg waldige Hänge mit hohen, alten Bäumen, da stürmten noch wilde Gebirgsbäche zu Tal, da gab es bunte Almwiesen und herrliche Höhenrücken. Gegen Süden zu zieht sich die Biberhöhe mit den Steinbrüchen hin, die Julius Lange (1817-1878) zum gewaltigen Bild vom Bibersteinbruch (1846) inspirierte. Da lag noch in friedlicher Ruh das Haufendorf Brannenburg mit seinem Schloß. Dem landschaftlichen Zauber konnten sich die Maler nicht verschließen. Schon zu Beginn der Vierziger Jahre stellten sich Maler in Brannenburg ein. Es war bereits damals eine Art Kolonie, eine Alternative zu der auf der Fraueninsel. Eigentlich beginnt die Malgeschichte Brannenburgs mit dem großartigen Landschaftsmaler Carl Rottmann (1798-1850), der 1822 seine erste Reise nach Brannenburg unternahm. Die Gegend ließ Rottmann auch in den nächsten Jahren nicht mehr los. Ganz anders das spätromantische Bild des früh verstorbenen Paul Georg von Mohr (1808-1843), der 1838 den Steintreppenaufgang zur Biber-Wallfahrtskirche wiedergegeben hat. Heinrich Rudolf Pöppel (1823-1898) schuf 1852 ein einfühlsames Bild "Partie bei Brannenburg" und 1856 das herrliche Gemälde " Blick auf die Biber". Es fanden sich in diesem Refugium nicht nur Landschaftsmaler ein, sondern auch Historien-und Figurenmaler; die letzteren auch, um sich in der guten Luft und Bergwelt zu erholen. Tonangebend in der Korona der Künstler waren in den fünfziger Jahren die Gebrüder Richard August Zimmermann (1820-1875) und August Max Zimmermann (1811-1878). Carl Spitzweg (1808-1885) und Eduard Schleich d.Ä. (1812-1874) zog Schloß und Dorf in den Fünfziger Jahren an. In der Neuen Pinakothek München hängt ein kleines Ölgemälde, das uns das alte Schloß von Brannenburg mit gewittriger Landschaft zeigt. 1872 malte Eduard Schleich noch eine "Partie bei Brannenburg". Der Kreis der Maler belebte sich, als die Künstler von "Jung-München" Brannenburg als Sommerstandort wählten. Wilhelm Busch (1832-1908), Theodor Pixies (1831-1907) und andere machten sich 1856 erstmals auf den Weg in das Bergdorf. Busch schuf unter anderem hier seine ersten Ölbilder, wie das"Schloß und Kirche in Brannenburg, den herrlichen "Bayerischen Bauernbub" und die "Ansicht eines Bauernhauses". Weitere Motive von Brannenburger Bauernhöfen, von St. Peter auf dem kleinen Madron und von Schloß und Kirche Brannenburg enthalten Buschs Skizzenbüche aus den Jahren 1858-1866. Der für die Entwicklung der Münchner Landschaftsmalerei so bedeutende Adolf Lier (1827-1882) entdeckte um 1857 die Köstlichkeiten der Landschaft um Brannenburg. Besonders haben ihn die alten Bäume in der Landschaft zu einmalig leuchtenden Werken inspiriert. Der Schweizer Landschafter Johann Georg Steffan (1815-1905), der vor allem Berchtesgaden und die Ramsau in seinen Bildern festhielt, machte damals auch dem Ort, zusammen mit seinem Schüler Julius Noerr (1827-1897), seine Aufwartung. Anton Braith (1836-1905) und sein Freund Albert Kappis (1836-1914) waren im Herbst 1860 zu Fuß nach 20stündigem Marsch aus München in Brannenburg angekommen. Von Kappis hat sich ein Skizzenbuch dieses Aufenthalts erhalten. Der Künstlerort sprach sich schnell in Malerkreisen herum. So hielt sich Carl Gustav Adolf Thomas seit 1866 in den Sommertagen bis 1881 in Brannenburg zum Studium auf. Anziehungspunkt der Künstler und Landschafter war auch der Nigglsche Gasthof neben der Kirche in Brannenburg. Für das leibliche Wohl sorgte nicht nur die Küche des Hauses, sondern auch eine eigene Metzgerei, Bäckerei und Maierei. Gutes Bier lieferte die nahe Schloßbrauerei. Wer in dieser Taverne oder im Neubau neben dem Gasthof wohnte, hatte es gut. Wir besitzen eine handgeschriebene Aufzeichnung aus dem Jahre 1860 von den paradiesischen Verhältnissen und dem unbeschwerten Leben der Künstler in Brannenburg , aus der Hand des später so bekannten Chiemseemalers Karl Raupp (1837-1918). Besonders beliebt waren die Theateraufführungen im Niggelschen Gasthaus oder die Ausflüge zu den Ritterspielen in Kiefersfelden und zum Volkstheater in Flintsbach. Die Historien-und Genremaler Gabriel von Max(1840-1915) Hans Makart(1840-1884), Heinrich Lossow(1843-1897), Robert Beyschlag(1838-1903), Claudius von Schraudolph(1843-1902) sowie Karl von Piloty(1824-1886) mit seinem Bruder Clemens fühlten sich aufgehoben im Kreis der Theaterspieler auf der kleinen Schaubühne des Niggelschen Gasthofes. Die Künstlerkolonie Brannenburg lockte selbst den griechischen Genremaler Nikolaus Gysis 81842-1901) sowie dessen Landsmann Nikephoros Lytras nach Brannenburg. 1869war Gysis noch einmal im Inntal mit Eduard Kurzbauer(1840-1879) und Franz von Defregger (1835-1921). Vermutlich begeisterte der Tier - und Jagdmaler Ludwig Voltz (1825-1911) die beiden Maler Anton Braith(1836-1905) und Christian Mali(1832-1906) für die Landschaft des oberen bayerischen Inntals. Jedenfalls besitzen wir von Braith und Mali schon von 1859 Studien von Inntaler Bauernhöfen in der Nähe von Neubeuern und viele Landschaftsdarstellungen. Nach 1877 schuf Wilhelm Boshart(1815-1878) sein Bild "Partie bei Brannenburg" dessen Staffage von Friedrich Voltz(1817-1886) stammt. Der Landschaftsmaler Ludwig Skell(1833-1912) streifte auf der Suche nach Motiven besonders im Gebiet um den Wendelstein herum. Von ihm haben wir einen "Blick auf das Inntal". Alle Maler aufzuzählen die in der Malerkolonie Brannenburg waren, würde den Rahmen dieser Abhandlung sprengen. Etwa 50 Jahre hielt die geistreiche und gesellige Künstlergemeinschaft Brannenburg. Selbstverständlich blieb der Ort mit seiner malerischen Umgebung weiterhin das Ziel vieler Künstler. Zu den bedeutendsten Malern zählen der Berliner Max Liebermann(1847-1935), der im Jahre 1893 seinen "Brannenburger Biergarten" malte, Adolf Erbslöh (1881-1947) und zu letzt die großartige Künstlerin Maria Caspar- Filser und deren Ehemann Karl Caspar (1879-1956), der Erneuerer der religiösen Kunst in Süddeutschland. Brannenburg gehörte ohne Zweifel zu den ersten Künstlerkolonien in Deutschland. Auszug mit freundlicher Genehmigung des Landratsamtes Rosenheim
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Künstler und künstlerisches Wirken in Brannenburg und im Inntal von Dr. Bernhard Stalla für das Archiv der Neuen Künstlerkolonie Brannenburg e.V. Zeittafel zur lokalen Kunstgeschichte in Brannenburg und Inntal 1560 Philipp Apian malt Bergbilder auf der Kampenwand 1654 Die Familie Dientzenhofer, deren fünf Söhne als Baumeister und Architekten durch ihre Baukunst, als Gestalter des deutschen Barock in Mitteldeutschland, Franken, Oberpfalz und Böhmen bedeutende architektonische Werke schufen, erwirbt das Guggenanwesen bei St. Margarethen. 1660 Am 20.02. Geburt von Leonhard Dientzenhofer als Sohn des Baumeisters Georg Dientzenhofer und seiner Gattin Anna Dientzenhofer, geb. Thanner in Brannenburg St. Margarethen, Gemeinde Großbrannenberg . 1663 Am 25.05. Geburt von Johann Dientzenhofer als Sohn des Baumeisters Georg Dientzenhofer und seiner Gattin Anna Dientzenhofe, geb. Thanner in Brannenburg St. Margarethen, Gemeinde Großbrannenberg. 1780 Der Historiker Lorenz Westenrieder ersteigt den Wendelstein. 1810-1816 Landgerichtsassesor Friedrich Wilhelm Doppelmayr zeichnet Volksszenen und Ansichten im Inntal und Chiemgau. In den Skizzen Doppelmayrs finden sich folgende Motive von Brannenburg, St. Margarethen bei Brannenburg, Kirche Mariä Himmelfahrt in Brannenburg, Schloß Brannenburg1810, Schloß Brannenburg 22 Mai 1811, Steinbruch an der Biber mit Mühlsteinen, Klause an der Biber, Im Inntal 1810, Kirchbachmühle bey Brannenburg, Abbildungen in: Weigl, Eugen: Zeichnungen und Skizzen nach der Natur aus den Gegenden des Kgl. Baier. Landgerichts RosenheimFriedrich Wilhelm Doppelmayr Rosenheim:Rosenheimer Verlagshaus 1982, Seite 86-96 1822 Carl Rottmann erstmals in Berchtesgaden. Die Landschaftsgemälde von Carl Rottmann, in ihrer Weiträumigkeit und Totalität, sind im Tirol und Oberbayern, besonders im Inntal bei Brannenburg entstanden. 1823 Ludwig Richter ersteigt den Wendelstein und zeichnet Entwürfe für sein Watzmannbild. 1834 Auf der Grundlage der künstlerischen Ausbildung an der Akademie der Bildenden Kunst in München ab dem Jahr 1834 und durch den Einfluss von Eduard Schleich dem Älteren und Carl Spitzweg, gestaltete Johann Friedrich Voltz in der Ausprägung eines eigenständigen Kunststils Landschaften mit Tiermotiven, überwiegend zu den Bildthemen Kühe auf der Weide, Kühe an der Tränke, Herde von Rindern und Schafen, Viehherde usw. Johann Friedrich Voltz fand sehr viele Bildmotive in den bayerischen Alpen und im Hochgebirge. Er war auch von der Inntallandschaft bei Brannenburg fasziniert. 1837 Henri Jean Albert Euler war als Maler und Zeichner künstlerisch tätig. Bei seinen künstlerischen Studien seit dem Jahr 1837 in München, lernte er auch die Münchner Maler kennen, die als Landschaftsmaler nach Brannenburg kamen. 1837 Von der Musik kommend , wechselte Max Zimmermann ab dem Jahr 1837 in München zur Malerei. Das Hauptmotiv seiner Kunstwerke, Gemälde und Radierungen bildeten Baumlandschaften und Waldzeichnungen. In Brannenburg entstanden viele Landschaftsgemälde von August Maximilian Zimmermann, er war ein wichtiges Mitglied des Künstlerstammtisches beim Schloßwirt. 1838 Der Maler und Zeichner Richard Zimmermann bildete sich ab dem Jahr 1838 in München an der Akademie für bildende Künste in Malen und Zeichnen künstlerisch weiter und kam von München aus öfter zum Zeichnen und Malen nach Brannenburg. 1848 Für Eduard Schleich bildete der Blick auf das Brannenburger Schloss ein beliebtes künstlerisches Motiv. In seinen Landschaftsmotiven aus der Umgebung Münchens und den Seebildern gestaltete er farblich lichterfüllte Naturstimmungen. Eduard Schleich war der Lehrer von Alfred Lier und ein bedeutendes Mitglied des Künstlerstammtisches beim Schloßwirt in Brannenburg. 1848 Durch den freundschaftlichen Kontakt zu Eduard Schleich fand Carl Spitzweg bei gemeinschaftlichen künstlerischen Aufenthalten in Brannenburg künstlerische Motive. 1849 Seit dem Jahr 1849 malte Adolf Heinrich Lier Studien nach der Natur und Stillleben . Von Adolf Heinrich Lier existieren Bilder aus dem Chiemgau, Staudach und aus der Rosenheimer Gegend mit Pang, Aising und Brannenburg. 1849 Theodor Pixis kam mit der Künstlergruppe der Maler von "Jung München" nach Brannenburg. 1850 Der Maler und Kunsthändler Friedrich Maurer wohnte in einem Brannenburger Bauernhaus. 1855 Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit und Heranbildung einer Malschule führte Karl von Piloty seine Kunstschüler, denen er die Grundlagen künstlerisch - technischen Könnens vermitteln wollte , auch zum Kunststudium in der Natur selbst, nach Brannenburg. 1856 Wilhelm Busch verbringt seinen Sommeraufenthalt in Brannenburg. 1858 Seit dem Sommeraufenthalt von Wilhelm Busch in Brannenburg am Inn existieren von ihm datierbare Bilder. Siehe dazu: Corwegh, Robert: Busch, Wilhelm , in : Thieme , Ulrich und Becker, Felix (Hrsg.) Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 5 Leipzig: E.A. Seemann 1999, Seite 282-284."(Seit dem Sommeraufenthalt in Brannenburg a.d.Inn besitzen wir datierbare Bilder.)(..) Die Anfänge seiner später veröffentlichten Bildergeschichten, die den Namen Wilhelm Busch bekannt machen sollten, reichen bis in diese Jahre, zumal in den Brannenburger Aufenthalt zurück." Ebenda, Seite 283. 1859 Beim Sommeraufenthalt von Wilhelm Busch in Brannenburg entstehen Zeichnungen von Bauern, Porträts von Malern und Inntaler Ansichten. Entstehung des Brannenburger Skizzenbuch mit 40 Zeichnungen, dabei folgenden ortsbezogenen Motiven: Von der Kirche auf dem Madron, Gewölbeansichten des Voralpenorts Brannenburg, Portalvorhalle der Brannenburger Kirche, den in Brannenburg gelegenen Friedhof, Brannenburger Mühle, Brannenburger Bauern, Stein- und Pflanzenstudien. Busch, Wilhelm: Brannenburger Skizzenbuch im Besitz des Wilhelm Busch Museums Hannover. 1859-1865 Durch seine Studien in München in den Jahren 1859 bis 1865 bei Karl Theodor von Piloty kam Hans Makart auch zu künstlerischen Studienaufenthalten nach Brannenburg. Johann Gottlieb Steffan erhielt prägende Einflüsse von Carl Rottmann. Steffan ist ein wichtiger Exponent der schweizerischen Landschaftsmalerei in der deutschen Kunst. Durch die Freundschaft mit dem Maler Friedrich Voltz kam Steffan auch zu Kunststudien nach Brannenburg. 1864-1867: Durch den Einfluss von Karl Theodor von Piloty an der Akademie der Bildenden Künste in München in den Jahren von 1864 bis 1867 gestaltete Gabriel Cornelius Ritter von Max ab 1869 im eigenen Atelier in München vor allem Literarische Bildinhalte. Seine Illustrationen zu literarischen Erzählungen, Gedichten, Märchen von Volksliedern sind ein wichtiger Bestandteil der Illustrationskunst der Spätromantik. Durch die Ausbildung in der Malklasse bei Karl Theodor von Piloty kam Gabriel Cornelius Ritter von Max auch nach Brannenburg zu Kunststudien. 1866-1891 Der Tiermaler, Porträtist und Landschafter Anton Braith verbrachte viele Sommer zu Aufenthalten und Naturstudien in Brannenburg. 1869-1871 Carl Häfner gestaltete als Landschaftsmaler oberbayerische Naturmotive in Ölgemälden und Zeichnungen. In den Jahren 1869 und 1871 wurden von Carl Häfner bei den Ausstellungen im Glaspalast München vor allem Bildmotive aus Oberbayern, Gemälde vom Walchensee, Kochelsee und von Brannenburg gezeigt. 1878 Der Maler, Zeichner und Lithograph Adolph von Menzel kam erstmals ins Inntal. 1878-1884 Der Maler, Zeichner und Graphiker Max Liebermann lebte als Künstler in München und kam zu künstlerischen Studien nach Rosenheim und ins Inntal. Aus dieser Zeit stammt das Ölbild " Brannenburger Biergarten", Öl auf Leinwand , 71x105cm, im Besitz des Musée D'Art Moderne, Paris. 1881 Als Schüler der Akademie der Bildenden Kunst München im Jahr 1881 bei Karl Theodor von Piloty kam auch Heinrich Lossow zu Kunststudien nach Brannenburg. 1895 Von Christian Mali, der mit Anton Braith befreundet war, stammen Landschaftsbilder aus dem Chiemgau (Grassau, Feldwies, Endorf, Simssee, Staudach), Pang und Brannenburg. Das Bild "Landschaft bei Brannenburg" 1895 befindet sich im Besitz des Anton Breith und Christian Mali Museums Biberach an der Riß. Farbbildreproduktion Christian Mali: Landschaft bei Brannenburg, Öl / Karton 44,5x23cm (1859) Braith-Mali-Museum Biberach an der Riß, Inventarnummer 1989-10225 1907 Heirat von Karl Caspar und Maria Caspar-Filser, Übersiedlung nach München. 1916 Der Landschaftsmaler Adolf Erbslöh malte mehrere Ansichten des Inntals bei Brannenburg. 1925 Maria Caspar-Filser erhält als erste deutsche Malerin den Professortitel. 1929 Karl Caspar erwirbt ein Landhaus in Brannenburg am Inn. 1929 Der Universitätspädagoge Prof. Dr. Aloys Fischer und seine Ehefrau Paula Fischer-Thalmann erwarben 1929 ein Grundstück mit einem Landhaus in Brannenburg und ermöglichten durch die Errichtung eines Ateliers die künstlerischen Schaffensprozesse ihres Sohnes, des Malers und Radierers Ernst Maria Fischer. Ernst Maria Fischer bemühte sich um die Farbgebung des natürlichen Empfindens. Er bezog Natur und natürliche Lebenswelten in seine Radierungen ein und gestaltete mit großem Farbempfinden künstlerische Themen. Aus der persönlichen Betroffenheit des Berufsverbots im Jahr 1935 auf Grund seiner jüdischen Abstammung entstand der Zyklus der Apokalypse. 1933 Im Juni gibt der Maler Georg Sauter seine Wohnung in Rom auf und zieht nach Brannenburg. Im Oktober wurde der erste Spatenstich zum Sauter Haus in St. Margarethen bei Brannenburg gesetzt. 1934 Im Mai konnten Valda und Georg Sauter in das Wohnhaus und Atelier in St. Margarethen bei Brannenburg einziehen. 1934 Die Anfeindungen und Verfolgungen der sich der Kunstdiktatur des Nationalsozialismus nicht beugenden und für das 3. Reich nicht "zeitgemäß" schaffenden Künstler, verstärkt sich. Betroffen sind davon in Brannenburg vor allem Karl Caspar und Ernst Maria Fischer. 1934 Von Karl Caspar entstehen die Kreide Lithographien " Inntal-Landschaften" mit den Motiven: Inntallandschaft Heuberg, Inntallandschaft Petersberg, Inntal-Landschaft Riesenkopf, Inntal-Landschaft Breitenberg.Abbildungen in: Hindelang, Eduard (Hrsg.) Karl Caspar, Das druckgraphische Werk , Gesamtverzeichnis bearbeitet von Köster, Karl Theodor und Köster, Felizitas E.M. Siegmaringen: Jan Thorbecke 1985 ( Veröffentlichung des Museums Langenargen am Bodensee) Seite 229-232. 1937 Am 20 Dezember stirbt Prof. Georg Sauter an einem Herzschlag. 1944 Übersiedlung des Ehepaars Prof. Karl Caspar und Prof. Maria Caspar-Filser nach Brannenburg auf Grund der Zerstörung des Münchner Heims durch Bombenangriffe im 2. Weltkrieg. 1948 Prof.Karl Caspar wird Gründungsmitglied der "Bayerischen Akademie der schönen Künste." 1956 Am 21. September stirbt Prof. Karl Caspar in Brannenburg. 1964 Am 12. Februar Tod von Prof. Maria Caspar-Filser in Brannenburg. 1999 Gründung der Neuen Künstlerkolonie Brannenburg.
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